Gehirnmaschine im Krankenstand

PROLOG

 

Da liege ich zu Hause und lasse mein Leben seit 2014 Revue passieren. Absurdistan at it best. Da rauschen unzählige Eindrücke an mir vorbei. Ich bin nun genug verarscht worden, weil alle drumherum nicht zugehört haben. Ich bin es leid, im Rollstuhl und in den Gipsstifeln, ein Bewegungslegastheniker zu sein. Mein linker Fuss schmerzt in einem fort und dessen Schmerz-Wirkungsgrad wurde immer grösser, als im rechten Fuss. Ich bin 50 (2017) Jahre alt, Diabetiker eins (veerbt), Punkrocker, Veganer und Straight Edger. Ich bin an einem Punkt angekommen, wo ich mich radikal gegen meinen Raubbau auseinandersetze und so Nebengedanken mache. Über ein undurchsichtige Gesundheitssystem, unfähige, diskussionsresistente Ärzte emanzipatorisch gestörte Ärztinnen und ein Gesundheitssystem was nur verwaltet und eben nicht oft zu einer Gesundung beiträgt. Dank der Hilfe diverser Leute bin ich dabei mich durch den Dschungel zu kämpfen.

Aber kurz zum Beginn der Katastrophe und zur Ausgangslage. Beim Helfen eines gehbehinderten Kollegen am Arbeitsplatz rutschte mir eine 10 kg schwere Kiste aus der Hand und fiel aus 1,50 m Höhe auf meinen Mittelfuss. Nach 1 Woche konnte ich nicht mehr vor Schmerzen und ging ins Bergheimer Krankenhaus. Die behandelnde Ärztin attestierten einen Altbruch, sah keinen Unfall, weil mein Fuss nicht blau war und teilte das nicht mir, sondern Wochen später meiner damaligen Hausärztin mit, die das meiner Freundin erst dieses Jahr mitteilte. Was sich danach entwickelte kann sich ein Slapstickkomiker nicht besser ausdenken. Obwohl alle Ärzte von meiner Diabetis wussten und wissen, was im Falle eines Bruches immer mit grösster Vorsicht zu sehen ist, wurde dies ignoriert. Ich habe drei Monate lang mit meinen ehemaligen Kampfsporterfahrungen die Schmerzen und die Schwelllungen in den Griff bekommen. Kein Arzt half mir dabei oder kam mit Stützstrümpfen. Als das Malheur fortgeschritten,der Bruch nicht mehr zeitlich zuzuordnen war, wurde dann die Diabetis als Grund angegeben. Alle wollten es kontrolliert und nichts gefunden haben. Für diese Schwätzer, inkl. meiner alten Diabetisärztin habe ich lustige Tonbandaufnahmen parat. Die Zeugenaussagen meiner Lebensgefährtin inkl. Aber nicht meine Diabetis war an meinem Bruch und die dadurch entstandende Verbreitung der Entzündung schuld, sondern der Bruch und die daraus entstandende Neuropathie durch den Wassereintritt.
Mittlerweile bin ich rechts ein Dreizeher. Die zwei appen Zehen sind dem eingetretenen Nagel geschuldet, der durch die Neuropathie des linken Fusses unempfindlich war. Mein linker Fuss war wie ein Strand mit Ebbe ud Flut von Wassereinlagerungen, was nach und nach den Kalk auspülte. Dadurch entstand ein Charkotfuss. Doch die Ärzte sind wie die drei Affen und in einer Fachspezie gefangen und hören selten zu. Je fachspezifischer sie sind, desto geringer ist der Zuhörfaktor und das Tal der Ahnungslosen wird länger und länger., was man durchschreiten muss. Die Schmerzen werden aber dabei nicht weniger.
Ich will auch nicht als Underdog und als Empathiesammler gelten, der niedlich herumstöhnt und seine Wehwehchen pflegt. Ich zeige ungeschönt, was Ansage ist. Ich bin kein Arzt, aber ich weiss mit meiner Krankheit umzugehen, sie zu erfassen und biologische Zusammenhänge zu sehen. Nie wieder werde ich schweigen und meine Schmerzen mit meinen Erfahrungen im Kampfsportart besiegen. Die drei Monate bis ich wieder laufen konnte, vergesse ich nie. Ich werde Ross und Reiter nennen, wenn diese daran schuld sind. Da kann sich jeder darauf einstellen, weil ich die Beweise habe.
Ich möchte anderen Menschen Mut machen sich zu wehren und trotzdem froh zu sein, was man bekommt. In anderen Ländern wäre ich wahrscheinlich tot, weil ich nicht behandelt worden bin, weil die medizinische Versorgung sehr lückenhaft oder nicht existent ist. Wir müssen Alle aus unseren Elfenbeintürmen heraus und uns wirklich kennen lernen, Mut haben, Brücken zu bauen und uns begegnen. Wenn nicht, wird es verdammt eng. Sehr eng. Das gilt für Patienten, Ärzte, Personal, Krankenhäuser und Krankenkassen.
Geholfen in dieser Zeit hat mir meine Freundin, meine Vermümmlung und mein Saftoholiker-Dasein.

 

 

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Wer keinen Chaffeur hat, fussfaul ist und keinen Führerschein hat…fährt..?

ROLLSTUHL

Genau jenes Gefährt, das mit Null Benzin oder irgendwelche externen Energiequellen zum Rollen kommt. Die vier Rollen sorgen für eine reibungslose Fortbewegung (ausser man muss Hindernisse um- oder berollen) und bewegt einen voran. Dies ist durch externen Schub eines pedesbewussten Anschiebers (Ersatzchauffeur) oder in dem man selbst in die Aussenringe greift, die an den grossen Rädern befestigt sind möglich. Mit schnellen Griffen drehe ich mich nach vorne. Die Bewegungen sorgen für eine chicke sportliche Figur, wenn man das oft betreibt. Bei Regen stülpt man sich einen Regencape darüber und ab geht es. Es gibt es auch andere Varianten etc., aber ich habe halt den noch. Sein Sitz ist breit, mir angemessen und reicht für optimale Bewegung. Sein Rahmen ist aus Edelstahl und Hartplastik. Er wiegt nicht viel und das Optimium für den Durchschnittskrüppel. Draussen ist er nicht geeignet, weil er eher für normale Bodenfläche ausgerichtet ist. Vor allem ist man dabei nur 5 Km/h schneckenschnell. Man braucht für Unebenheiten schon Schwung und Finesse. Aber hey ich habe Zeit meinen Körper zu fordern und alles zu geben.

Deshalb habe ich einen Neuen beantragt. Einen Sportrollstuhl. Quasi die Rennmaschine. Den werde ich vor und nach der Beinamputation brauchen. Aber den gönnt mir nicht jeder. Die Ärztin:“Alle wollen sie einen Porsche haben, aber nicht jeder kriegt einen.“ Das mag sein, aber was für mich richtig und gut ist, bestimme immer noch ich und nicht Du“, denke ich mir. Bleibe Du beim Operieren.“ Ich: „Ich wohne auf dem Land und mit Ihnen streite ich nicht darüber herum. Schreiben Sie mir lieber das Rezept dafür aus.“ Natürlich tat es die Dame nicht, denn eine rumänische Oberärztin, denn das erwähnt sie jedesmal, wie sie sich hochgearbeitet hat), hat das nicht nötig. Aber wie das so ist, werde ich wohl der Klinikleitung einen Brief schreiben müssen, damit besagte Dame auf Trab kommt. Einige Sachen verpennt, fehl gedeutet und mir Bequemlichkeit verweigern. Typisch für solche Typen. Sie operiert vortrefflich, ist aber als Diabetesärztin eine Null. Dazu stehe ich. Ihr Fehlgedeutete und der nicht beachtete Bruch hat mir wahnsinnig viel Zeit gekostet. Sehr viel Zeit. Also sollte sie mal schnellokovski den Rollstuhl ausschreiben.

In diesem Sinne: „Roll on“

 

 

 

 

Das Broiler’s Shirt habe ich von der Seite https://www.secondbandshirt.com/. Das Projekt wird komplett ehrenamtlich geführt und der Kaufpreis, kann vom Kunde für Spenden verwendet werden. EIne gute Idee für Bands ihr nichtverkäufliches Merchandise für einen guten Zweck zu verspenden.

Wie zieht sich ein Gehbehinderter an und was kann er sich ohne Hilfe zumuten? Schweisserfüllt in den neuen Zwirn zu zwängen, damit man durch die Gegend huschen kann? Multifunktionswürdig muss die Haute de Behaglichkeit sein. Sie muss draussen in der freien urbanen oder naturellen Wildbahn bewegungsaktiv sein und ansonsten stilvoll owohl auf dem Sofa abschimmeln (60%) zu können oder in den Warteräumen und Arztpraxen die Zeit totzuschlagen. Die Kleidung muss aus atmungsaktiven, schweissammelnden und geruchseinschliessender Baumwolle sein, die nicht zu eng am Körper liegt oder ihn behindert. Ich bevorzuge das Beinkleid in kurzer oder dreiviertel-Form, die weite Beine haben und oben mit Bändern zuzuschnüren sind, statt sperriger Gürtel zu tragen. Der Oberkörper wird mit Shirts bedeckt, die mit den Bandlogos und chicken, prägnanten Sprüchen verziert sind. Darüber ein Hoodie, den man mit einem Reissverschluss öffnen und verschliessen kann, was man neudeutsch Zipper nennt. Statt in frostigeren, kälteren Tagen im Michelinmännchenstyle herumzulaufen, muss ich es luftig, sportlich haben. Ich muss mich eh soviel bewegen, dass ich keine Frostbeulen geschenkt bekomme oder ein Frösteköttel bin. Davon ab, befinde ich mich meist in warm-klimatisierten Räumen.

Ich kann momentan meine normale Hose über die volluminösen Gipsie-King-Stiefel eh nicht entledigen, was jedesmal etwas wie Weihnachten hat, wo man alles an den Klettverschlüssen aufmachen muss. Am schlimmsten sind diese blauen Laufuntersetzer in Gummisohlen, die schräg nach vorne nach unten gehen und wenn Du mit oder ohne Krücken läufst der Oberrand in der Kniekehle drückt. Um mich der Kleidung zu entledigen, weil ich es entwürdigend finde, wenn meine Freundin mir dabei helfen muss, ziehe ich mch selber an und aus. Erst hebst Du den Pöpper und ziehe die Unter- und Überhose über den Pöper. Dann ziehe ich die Beine hoch und zu mir hin und winkel die Beine langsam, ganz langsam an und ziehe in der Raupenmechanik über meine langen Beine und den Aua-Füssen vorbei, die Beinkleider aus. Dann nehme ich die beinweite blaue oder schwarze Hose, bündchenfrei und ziehe sie ganz langsam, langsam nach oben. Diese Verrenkungen haben weder eine Erotik, noch eine Eleganz, sondern es wirkt hilflos und schweissvoll. Dabei hast Du auch so lustige Schmerzen und versuchst Sie zu unterdrücken. Ausser Puste bist Du auch. Es ist jedesmal als wenn Du Sport gemacht hast oder Joggen warst. Der Grund für die schnelle Atemnot ist, weil Du entweder flach oder abgestützt durch viele Kissen im Rücken nur herumsitzen kannst und wie ein sitzendes Rechteck aussiehst. Bewegungstherapeuten sind halt teuer und Deine Krankenkasse überlegt halt sehr lange und ausgewogen, wann sie Dir was bewilligt. Sprich die Evolutionsgeschichte ging schneller voran. Da kannst Du dann Deine lächerlichen Opabewegungen mit dem Springseil auf dem engen Sofa machen, um Dich fit zu halten. Man darf wegen dem dauernden Wasserstau nicht mit den Füssen auf dem Boden stehen und so verweilen. Das haut dann auch auf die Pumpe, was ein Gewichtheben schwieriger macht. Das heisst dafür müsste ich ja dann sitzen. Jetzt habe ich aber eine Möglichkeit gefunden das Eisen zu stemmen. Ich sitze im rechten Winkel, angelehnt am Sofa, auf dem Boden und kann dann die Gewichte heben, um die Muskeln und meine Fitness weiter zu stärken. Das Zurückschleppen auf das Sofa ist wie die Erklimmung eines Gebirges von hoher Gestalt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einmal Ballonfüsse, immer Ballonfüsse?

03.04.2017 Einmal laufen  und die Füsse brennen, schmerzen wie nach einem Marathonlauf. Es ist alles unbeweglich, aber durch die geschwollenen Füsse, habe ich ein Herzrasen und muss für mind. zwei Stunden schlafen. Vorher friere ich im Sommer und an einer Heizung. Der linke Fuss hat seit Dezember 2014 kaum sein Vollumen verringert. MIr ist egal, wie sich der Diabetes-Spezialist das schön reden möchte. Er wird mich nicht davon überzeugen, dass etwas gehörig schief gelaufen ist. Ich habe Intervall-Schmerzen und alle faseln was von Neuropathie, was auf die Diabetes zurückzuführen ist. IN meinem Fall, ist das laut Wikipedia („Mögliche Ursachen sind traumatische Kontinuitätsunterbrechungen wie scharfe Durchtrennung (Axotomie) oder Quetschung, Ischämie, Blutung, virale Entzündung oder toxische Schädigung. Bei Schädigung des ersten Motoneurons, z. B. im Rahmen einer amyotrophen Lateralsklerose, kann in fortgeschrittenen Fällen sich diese als Hyperintensität in der coronaren T2-Wichtung kernspintomographisch darstellen.“) Das muss nichts mit der Diabetes zu tun haben. Es kann begleitend sein. Die Neuropathie kann den Hormonhaushalt durcheinander bringen, den Fuss fehl stellen, das Herz-Kreislauf-System beinträchtigen: erhöhter Ruhepuls, Schwindel und Blutdruckabfall beim Aufstehen, Herzinfarkt ohne typische Schmerzen oder Störungen der Speiseröhre, Magen beeinflussen: Schluckstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, frühes Sättigungsgefühl nach Mahlzeiten, Unterzuckerung nach Mahlzeiten (Gastroparese) etc.